Thema der Woche: Amanda Todd

Liebe Schülerinnen und Schüler

Wie besprochen möchte ich euch bitten, euch in euren Blogs in dieser Schulwoche (die am Freitag 9.11. endet) mit einem gemeinsamen Thema auseinanderzusetzen.

Vielleicht habt ihr in den Nachrichten oder über facebook schon von Amanda Todd gehört?
Amanda Todd war seit ihrem 12. Lebensjahr ein Opfer von Cybermobbing, bis sie sich vor knapp drei Wochen im Alter von nur 15 Jahren aus lauter Verzweiflung das Leben genommen hat. Zuvor hat sie auf youtube ein erschütterndes Video veröffentlicht, auf dem sie ihre Situation schildert.

Hier ist ihr Video – mit deutschen Untertiteln.  Man sieht dort ihre Botschaft: Sie hält beschriebene Zettel in die Kamera.

Ihr Schicksal hat viele Menschen berührt und zu verschiedensten Reaktionen veranlasst. Einen Bericht darüber findet ihr hier.

Eure Aufgabe in dieser Woche ist es, euch mit Amanda Todd zu beschäftigen. Seht euch ihr Video an, informiert euch. Es gibt auch facebook-Gruppen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und Raum für Diskussionen geben.

In eurem Blogeintrag solltet ihr festhalten

  • wer Amanda Todd war und was sie durchgemacht hat – und warum (verlinkt dabei auch auf das Video und externe Seiten, die sich mit dem Thema beschäftigen)
  • eure Reaktion auf das Video
  • eure Gedanken und Idee, wie man verhindern kann, das so etwas noch einmal passiert.

Mir ist bewusst, dass das ein schwieriges und trauriges Thema ist. Dennoch halte ich es in der digitalen Welt, in der ihr aufwachst, für überlebenswichtig, dass ihr wisst, welche Abgründe und Gefahren im Internet auf euch warten könnten.
Wir werden Gelegenheit haben, das Thema im Unterricht gemeinsam zu diskutieren, sofern ihr das wünscht.

Bitte schreibt euren Blogeintrag zu Amanda Todd bis Freitagabend (9.11.).

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17 Kommentare

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17 Antworten zu “Thema der Woche: Amanda Todd

  1. dying hedgehog

    wow, schwieriges Thema, bin gespannt auf die Einträge!
    Kann bei den Schülerblogs keine Kommentare mehr eintragen, irgend was ist anders, oder ich mache was falsch…
    Wünsche gutes gelingen für das Amandathema, das gibt sicher auch spannende Lektionen.
    Dying hedgehog

  2. Kris

    Wie recht du hast, wirklich kein einfaches Thema. Wir haben übers Wochenende äusserst intensiv diskutiert mit unsern drei Teenagertöchtern. Kein Thema das sich so leicht abtun lässt. Ich bin gespannt, wie die Klasse sich dazu stellt und Stellung nimmt.
    Kris

  3. J. Aschwanden

    Guten Tag Frau Stiller

    verschiedene Akteure (Telekommunikations-Industrie, Bund, Polizei, [Jugend-] Verbände etc.) versuchen seit Jahren, zusammen mit Fachleuten diese Themen verantwortlich zu behandeln. Dies beinhaltet Präventionsprogramme, Unterrichtseinheiten, Anlaufstellen, online-Seiten und so weiter.
    Die von Ihnen vorgeschlagene Herangehensweise an dieses hochgradig sensitive Thema halte ich schlicht für kontraproduktiv. Jedenfalls werden meine Frau und ich einer Diskussion/einem Blogg im öffentlichen Raum (das Internet IST öffentlicher Raum) keinesfalls zustimmen.

    • Liebe Frau Aschwanden, lieber Herr Aschwanden
      Zuerst einmal vielen Dank, dass Sie an unserem Blog Anteil nehmen.
      Sie haben natürlich vollkommen Recht, dass es sich bei der Diskussion um Amanda Todd um ein hochsensibles, aufwühlendes Thema handelt. Sowohl der Bereich des Suizids als auch das Themengebiet Cybermobbing werden – wie von Ihnen unterstrichen – den Jugendlichen von verschiedenen Stellen immer wieder nahegebracht und alle verfolgen damit das gemeinsame Ziel, die Jugendlichen zur Reflexion und Diskussion anzuregen. Untereinander, mit Erwachsenen – und nicht zuletzt mit sich selbst.
      Bei Amanda Todd aber hat genau das, was Sie ansprechen, nicht funktioniert. Sie hat eine Grenze überschritten und ihre erschütternde Botschaft an die Weltöffentlichkeit (=das Internet) gerichtet – und damit genau das Medium verwendet, durch das ihr jahrelang so grausam zugesetzt wurde.
      Ihr Selbstmord hat vor allem auch wegen des Videos eine unüberschaubar grosse Menge an Reaktionen hervorgerufen: Das Thema IST bereits mitten im öffentlichen Raum, ja, der öffentliche Raum ist selbst Teil des Themas, und vielleicht sogar der Grund für ihr Schicksal.
      Die Bloggerinnen und Blogger der 3a sollen sich aktiv mit diesem Konflikt Öffentlichkeit/Privatheit auseinandersetzen und im Idealfall ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie sehr ihr eigenes Schreiben im Internet genau in diesem ständigen Konfliktfeld stattfindet – und daraus für Ihr Bloggen, aber auch für ihr zukünftiges Verhalten im Internet lernen.
      Wie in allen Schreibanlässen steht es jeder Schülerin und jedem Schüler frei, mit dem Thema so umzugehen, wie sie/er es für richtig hält. Wenn ein Schüler zu diesem Thema seine persönliche Meinung nicht äussern möchte, kann er dies mit einer entsprechenden Begründung selbstverständlich tun. Auch das ist eine Stellungnahme und wird von mir auch so akzeptiert. Denn letztlich ist das Bloggen ein Ort zum Schreiben. Sich mit diesem schwierigen Thema auseinanderzusetzen ist vielleicht eine grosse Herausforderung, aber ich habe sie den Schülerinnen und Schülern der 3a gestellt, weil ich ihnen zutraue, sich ihre Gedanken zu machen und diese auch in Worte zu fassen.
      Monika Stiller Thoms

      • J. Aschwanden

        Liebe Frau Stiller
        inhaltlich teile ich Ihre Auffassung voll und ganz, dass das Erlernen des Umgangs mit modernen Medien Teil der schulischen Ausbildung sein sollte. Dazu gehört insbesondere auch eine kritische Reflexion mit den Schattenseiten, welche dieses Mediums ermöglicht.

        Ich stimme weiter mit Ihnen überein, dass gerade der Fall Amanda Todd das Internet und damit die Öffentlichkeit weltweit auf erschütternde Weise erreicht hat.

        Dass die Klasse die Möglichkeit erhalten soll, gerade über diesen tragischen Fall zu reflektieren, halte ich hingegen bereits für heikel.
        Die öffentliche Diskussion hierüber halte ich jedoch eindeutig für verfehlt, da eine solche die von Ihnen verfolgten Ziele geradezu unterminiert.

        Die Gründe:
        Internet und Suizid: vor ca. vier Jahren beging ein Mädchen im Teenager-Alter in britischen Königreich Suizid. Diesen kündigte es im Vorfeld in Chatforen an. Diesem tragischen Beispiel folgten binnen weniger Wochen rund ein Dutzend (bitte behaften Sie mich nicht auf die Zahlen) weitere Jungen und Mädchen. Es kam also zu sog. Nachahmer-Suiziden. Diese eigentliche Welle von Suiziden führte dazu, dass Hersteller von Eltern-Kontroll-Software umgehend dazu übergingen, die sog. Blacklist (Liste von Schlagwörtern, welche gesperrt sind) um das Kennwort „Suizid“ zu erweitern.
        Ich möchte hier nun nicht den Teufel an die Wand malen, aber ich möchte vermeiden, dass allfälligen „Nachahmern“ nicht noch Vorschub geleistet wird.

        Die nächsten beiden Gründe stehen für mich aber im Vordergrund.
        Die Diskussion über dieses tragische Ereignis soll im Blog, damit im Internet und damit im „öffentlichen Raum ohne Vergessen“ stattfinden.
        Ich gehe davon aus, dass es selbst Erwachsenen schwer fällt, diesen Vorfall distanziert, quasi emotionslos zu reflektieren. Um wie viel schwerer muss es dann Heranwachsenden fallen. Vielleicht nicht alle, aber zumindest einige werden ihre Emotionen zeigen. Und damit ihre verletzliche Seite. Und genau dieses Moment ist es, welche genau jene Jugendlichen in Gefahr bringt. Denn diese haben im „öffentlichen Raum ohne Vergessen“ eine Seite offenbart, welche sie für verschiedenste Ziele (Cybermobbying, Cyberbullying, Pädophilie) angreifbar macht. Damit karikiert sich die Aufgabe selber.

        Der zweite Grund geht in ähnliche Richtung. Die allermeisten Gefahren des Mediums Internet entstehen –wie von Ihnen völlig richtig erkannt- aus der nicht bewussten Trennung von Privatheit und Öffentlichkeit. Gerade eine solche Diskussion nun aber im „öffentlichen Raum ohne Vergessen“ führen zu wollen, würde bedeuten, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

      • Zur Information an unsere fleissigen Mitleser:

        Die oben stehende Diskussion wurde ganz old fashioned und zudem überaus konstruktiv und anregend von Angesicht zu Angesicht weitergeführt.
        Wenn wir auch nicht unbedingt Einigkeit über das Thema erreichen konnten, so haben wir doch Verständnis füreinander geweckt und gefunden.

        Solltet ihr euch wundern, dass ihr nicht bei allen Bloggern ein Posting zu Amanda Todd findet, so liegt das daran, dass diese Blogger sich entschieden haben, ihren Beitrag zu diesem Thema auf ‚privat‘ zu setzen und damit lediglich sich selbst und der Lehrperson zugänglich zu machen.

  4. Ja, da bin ich ebenfalls gespannt, wie das Jugendliche sehen! YDu

  5. dyinghedgehog

    Wie zieht dieses Thema Kreise an der ganzen Schule? HAb gesehen, ihr habt ja Schulsozialarbeit… ist die schon involviert? Wäre schön, wenn sich die ganze Schule beteiligen würde!

  6. Sunking

    Ich bin per Google auf diese Seite gestossen. Ich finde die Diskussion zwischen J. Aschwanden und Frau Stiller sehr interessant.
    Zum einen finde ich, es gehört sich nicht Schülern Aufgaben im öffentlichen Medium zu geben, zum anderen finde ich sollte man über das Thema „Amanda Todd “ sprechen. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass es Nachahmer geben wird. Nichts desto trotz sollte man darüber sprechen. Mobbing ist ein weit verbreitetes Problem. Alle sind von Mobbing betroffen. Ich denke solange die Möglichkeit besteht im Internet zu mobben, wird es auch nicht aufhören. Man sollte vermehrt Prevention betreiben. So wie es Prevention gegen HIV gibt. Eine unerlabte Namensnehnung ist schon ein Delikt, Fotos zu veröffentlichen ist auch eine noch schlimmere Straftat. Das Problem und die Ursache von Amandas Tod ist, dass niemand etwas unternommen hat. Die Leute müssen informiert werden, dass sie ihre persölichen Daten verteidigen müssen! Amandas Eltern hätten einschreiten sollen. Sie hätten den Mobber anzeigen und verklagen sollen. Amanda erwähnte selbst in ihrem Video, sie wolle keine Anzeige machen. Das war der Fehler! Die Menschen sollten endlich lernen dass sie sich beim Mobbing wehren sollen oder dass sie sich für andere wehren. Wenn ihre Eltern nicht in der Lage wären einen Rechtstreit anzufangen (aus finanziellen Gründen) hätte die Schule oder der Stadt eingreiffen sollen.

    • Vielen Dank für diesen Kommentar.
      „Es gehört sich nicht, Schülern Aufgaben im öffentlichen Medium zu geben“ ist allerdings als Kritik allzu schwammig formuliert. Geht das präziser?

      • Sunking

        Wenn ich als Schüler eine Arbeit abgebe, dann erwarte ich von der Lehrperson das diese Arbeit vertraulich behandlet wird. Ich würde nicht wollen, dass jeder meine Fehler sieht. Sowie ich auch meine Prüfung nicht jedem zeigen möchte. (Was übrigens in meiner Schulzeit überhaupt nicht geklappt hat. Ständig wollte der Nachbar links und der Nachbar rechts mit mir die Noten vergleichen.)

        Ich finde es in Ordnung, wenn ein Schüler einer ganzen Klasse etwas vortragen muss. Aber ich finde nicht, dass ein Schüler lernen soll, der ganzen Welt etwas vorzutragen.

        Was Sie sich wahrscheinlich jetzt fragen, warum ich denn überhaupt einfach so in ein fremdes wordpress schreibe, wenn ich doch so auf Datenschutz bedacht bin.

        Meine Anonymität ist im gegensatz zu der Anonymität von ihren Schülern gewährleistet. Wenn sie nicht wüssten, wer was geschrieben hat, könnten sie es später auch nicht im Unterricht behandeln. Viele ihrer Schüler werden sagen, ist mir doch egal ob meine Spuren im Internet sind. Ich finde aber, wenn auch nur Einer oder seine Eltern damit nicht einverstanden sind, sollte man es in einem nicht öffentlichen Medium machen.

      • Dieses Blog soll den Schülern helfen, mit dem interaktiven Medium Internet bewusst umzugehen. Jeder Schüler kann sich zu jeder Zeit entschliessen, seinen Blog auf ‚privat‘ zu stellen, dann sehe nur ich als Lehrperson ihn.
        Deutschunterricht besteht heute nicht mehr (nur) aus Balladen, Novellen, Diktaten und Grammatik.
        Die Schülerinnen und Schüler sind mit ganz anderen Themen und Möglichkeiten konfrontiert als wir es früher waren. Dass sie damit umgehen lernen, ist auch Teil des Erziehungsauftrags der Schule. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Medien bewusst und mit Bedacht einzusetzen und ihre Privatsphäre zu wahren. Das gelingt mal besser und mal schlechter, aber auf jeden Fall wird folgendes Bewusstsein geschärft:
        Nur wenn man seine Worte immer und jederzeit mit grosser Präzision und Sicherheit einsetzt, kann man sich im Internet gefahrlos bewegen.

        Zur Anonymität: Jeder Schüler darf unter Pseudonym arbeiten, das in dem Fall nur mir bekannt sein muss. Die Noten für die Blogs erhalten die Schülerinnen und Schüler natürlich im Rahmen des Unterrichts, mit Auswertungsbögen auf Papier.
        Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder und Jugendliche motivierter und besser schreiben, wenn sie ein Publikum dafür haben. Da der Lehrer ja auch gleichzeitig bewertet, ist er als Publikum eigentlich nicht so ideal.
        Mit der Entscheidung, die Schreibarbeiten der Schülerinnen und Schüler in die Öffentlichkeit zu tragen, wurde ihnen ein anderes Publikum zugetragen – seien es Freunde, Familie oder Fremde. Sie stellen sich der Kritik, erhalten aber auch viel Zuspruch. Ich finde das äusserst positiv. Einige Schüler entwickeln eine regelrechte Leidenschaft für das Schreiben – was will ich als Deutschlehrerin mehr?

      • Sunking

        Wahrscheinlich haben Sie recht. Die Zeiten ändern sich wohl. Es wird wahrscheinlich eine Zeit geben in der nichts mehr möglich ist ohne Rechner. Papier wird keinen Nutzen mehr haben. Alles wird im Server für immer und ewig bleiben und nichts wird vergessen. Facebook & youtube wird irgendwann mehr verstorbene user haben als lebende, weil nichts gelöscht wird. Amanda Todds youtube Account ist übrigens immer noch aufgeschaltet.

        Kinder müssen sich nicht mehr treffen. Eigentlich müssen sie nicht mal in die Schule, es geht ja alles von Haus aus. Als Anwesenheitstest eine Gesichtskontrolle vor der Webcame.

        Ich habe mein Abitur erst seit 2010. Ich hatte noch die Möglichkeit alles ohne Computer zu machen. Ich wurde in Französisch was meine erste Sprache war, unterrichtet. Mir wurden die Werte von berühmten Französische Schriftsteller nahegelegt. (Meistens ging es in deren Gedichten und Nouvellen, um Liebe, Tod und Sexualität) Ich persönlich finde es schade, dass das physische Zusammensitzen und Schreiben (mit Stift) nicht mehr gefördert wird. Liegt es doch in der Natur des Menschen stets von Mitmenschen umgeben zu sein.

        Was früher eine Schulprugelei war, ist heute ein Facebook Kommentar.
        Doch was ist schlimmer?

  7. HGW

    Habe ein Buch gelesen, dass die Vernetzung in der Zukunft beschreibt.
    „Die Rebellion der Maddie Freeman“ mehr dazu auf meinem Blog 😉
    siehe „hesch gwüsst“
    es ist ein spannendes Thema! Wünsche viel Spass beim Lesen! 🙂 HGW

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